Wildschäden – welche Versicherung zahlt?

Teilkaskoversicherung

Sie kommt für Schäden am eigenen Fahrzeug auf, die durch Haarwild wie Reh, Hirsch, Wildschwein oder Elch (BJagdG, §2), verursacht wurden.
Viele Versicherer bieten den Versicherungsschutz auch darüber hinaus für das Risiko der Kollision mit Weidevieh (Pferd, Rind, Schaf, Ziege) ab, ohne dass der Schadenfreiheitsrabatt in der Vollkaskoversicherung belastet wird.

Wichtiger Tipp: Es gibt das Bundesjagdgesetz und jedes Bundesland hat noch ein eigenes Landesjagdgesetz, da nicht alle jagdbaren Tiere gleichmässig verteilt ihr Revier haben oder nur regional vorkommen. Kollision mit einem Wolf, Marderhund oder anderen Tieren kann zu erheblichen Schäden führen, ist a b e r kein Wildschaden im klassischen Sinn, weil es sich nicht um jagdbares Wild handelt. Hier kann nur der erweiterte Versicherungsschutz für Weidevieh oder auch erweiterte Haarwildklausel oder eine Vollkaskoversicherung Schutz bzw. Abdeckung des Schadens bieten.

Vollkaskoversicherung
Hier sind Sie über die Teilkaskoleistungen hinaus bei selbstverschuldeten Fahrzeugschäden versichert, die nicht auf einem Zusammenstoß mit Tieren beruhen. Bei Wildunfällen ist auch gedeckt, wenn Sie vor Schreck oder Tierliebe mit übermäßigem Ausweichen reagieren und im Graben landen.

Bei allen Wildunfällen ohne Wildberührung gilt: Der Anspruchsteller ist nachweispflichtig!

Wann und wo das Risiko am größten ist

Von September bis November sind Wildtiere besonders aktiv, vor allem in der Dämmerung und nachts. Die Tiere sind jetzt verstärkt auf
Futtersuche. Die Feldfrüchte sind abgeerntet, neue Deckung wird gesucht. Zudem herrscht Paarungszeit bei Hirschen und Wildschweinen. Jagt der Keiler verliebt der Bache hinterher, ist jede Vorsicht vergessen. Nicht selten brechen die Tiere unverhofft aus dem Unterholz auf die Straße.

Am gefährlichsten sind Waldgebiete. Dort ereignen sich 40 Prozent aller Kollisionen mit Wild. Jeder dritte Zusammenstoß findet auf Straßen statt, die durch Felder führen. Die Wahrscheinlichkeit, auf Wild zu treffen, ist abends zwischen 17 und 23 Uhr sowie morgens zwischen 4 und 7 Uhr am größten.

Bremsen, Ausweichen oder Draufhalten?

Es gibt keine goldene Verhaltensregel, wenn Wild plötzlich im Scheinwerferlicht auftaucht. In einem Punkt sind sich jedoch alle Verkehrsexperten einig: keine riskanten Ausweichmanöver versuchen.

Am besten abbremsen und hupen

  • Bremsen:Treten Sie auf die Bremse, aber nicht, ohne vorher in den Rückspiegel zu schauen, ob sich hinter Ihnen ein Auto befindet.

  • Hupen und Abblenden: Fernlicht aus. Das Tier bleibt sonst vor Schreck im Lichtkegel stehen. Versuchen Sie, das Tier mit der Hupe, nicht aber durch Aufblenden, zur Flucht zu bewegen.

    Draufhalten statt Ausweichen?

    Lässt sich ein Zusammenstoß nicht ohne Risiko vermeiden, halten Sie drauf, vor allem, wenn es sich um Kleinwild wie Hasen oder Füchse handelt. Beim Ausweichen riskieren Sie, mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammenzustoßen oder gegen einen Baum am Straßenrand zu prallen.

    War die Kollision unvermeidlich, Unfallstelle absichern, Polizei oder Jagdpächter verständigen, Lichtbilder fertigen ( fast alle Smartphones verfügen über diese Funktion) Lassen sie sich die Kollision mit einem Wildtier bescheinigen und melden diese umgehend ihrer Versicherung, auch wenn erst mal an der Unfallstelle keine Schäden erkennbar sind. Suchen sie einen Fachmann auf, der den Anstoßbereich untersucht.